Fichtensprossen

Fichtensprossen

Piceae turiones recentes – Was sich anhört, wie ein alter Zauberspruch ist in Wirklichkeit die botanische Bezeichnung der Fichtenspitzen, die auch Maiwipferl oder Fichtensprossen genannt werden. 

Auch hier vereint sich die Herkunft unserer Tonics mit ihren Inhaltstoffen und das nicht nur auf kulinarische Weise! Denn wusstest du, dass der älteste Baum der Welt eine Fichte ist und diese in Schweden steht? Ihr Alter wird auf über 9.500 Jahre geschätzt [1]. Die Fichte ist aber nicht nur für ihre Langlebigkeit bekannt. Der aromatisch sauer-harzige Geschmack und die gesundheitsförderlichen Inhaltstoffe der Fichtensprossen machen sie zu einer echten Besonderheit und dürfen in unseren Getränken auf keinen Fall fehlen.

Inhaltsstoffe und Naturheilkunde

Im Frühjahr werden die jungen, hellgrünen Triebe der Fichte (Picea sp.) gesammelt. Sie enthalten 0,2-0,5% ätherisches Öl [2], welches eine antimikrobielle Wirkung aufweist, sowie Ascorbinsäure und Flavonoide [3]. Aufgrund der enthaltenen Ascorbinsäure, also Vitamin C, wurden Fichtensprossen in der Volksmedizin bereits gegen Scorbut eingesetzt [3]. Auch heute noch finden Fichtenwipferl Anwendung bei entzündlichen Atemwegsbeschwerden sowie Neven- und Muskelschmerzen [4]. Beispielsweise können frische Fichtensprossen mit Honig oder Zucker zu einer Art Hustensaft angesetzt oder als Tee verwendet werden. 

Namensherkunft

Wenn wir die botanische Bezeichnung der Fichtensprossen aufdröseln, ist es gar nicht mehr so kompliziert: „Picea“ steht für Fichte und ist eine Substantivierung des Adjektivs „piceus“, was so viel wie „pech-, harzhaltig“ bedeutet. Turiones aus dem lateinischen kann mit „Triebe“ übersetzt werden. Ebenfalls lateinischen Ursprungs ist „recentes“, was „jung, frisch, neu“ bedeutet und auf die jungen Triebspitzen zum Frühlingsbeginn verweist. Alles in Allem ist die botanische Bezeichnung somit mit „junge Fichtentriebe“ zu übersetzen. 

Mythologie

In den nordisch-germanischen Völkern hat die Fichte einen hohen Stellenwert. Durch das immergrüne Erscheinungsbild und die ausgesprochene Winterhärte der Pflanze wurde sie zum Symbol für Kraft und Hoffnung [3]. Außerdem glaubte man, der Baum würde die Fähigkeit besitzen, Krankheiten abzunehmen. Zu früheren Zeiten soll sich so manch ein Gicht geplagter Kranker vor Tagesanbruch im Wald unter eine Fichte gestellt und die Worte „Guten Morgen Frau Fichte, Da bring‘ ich dir die Gichte.“ gesprochen haben [5]. 

Wissenswertes

Möglicherweise kennt ihr den Spruch „jemanden hinter die Fichten führen“? Die Redewendung bedeutet, einen Menschen zu hintergehen, bzw. ihn hinters Licht zu führen [6]. Dies wird in Verbindung mit den Fichtenwäldern gebracht, die oftmals unheimlich und dunkel erscheinen [3].

 

Referenzen

1 Weltältester Baum in Schweden entdeckt - LWF-aktuell 65. https://www.lwf.bayern.de/wissenstransfer/forstliche-informationsarbeit/018027/index.php?layer=rss (22 June 2020, date last accessed).

2 Hänsel R, Keller K, Rimpler H et al. (eds.). Drogen A-D. Berlin, Heidelberg, s.l.: Springer Berlin Heidelberg, 1992.

3 Bäumler S. Heilpflanzenpraxis heute. Porträts, Rezepturen, Anwendung. München: Elsevier Urban & Fischer, 2007.

4 Dr. Berling-Aumann. Die besten Heilpflanzen für Läufer. Ungehört Verlag.

5 Allgemeine Forst und Jagdzeitung. J. D. Sauerländer, 1861.

6 Adelung JC. Johann Christoph Adelungs Auszug aus dem grammatisch-kritischen Wörterbuche der Hochdeutschen Mundart: 2. F - L. - 1796. - 2 Bl., 1636 Sp. Breitkopf, 1796.

 

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