Moltebeere

Moltebeere

Die Moltebeere wird nicht umsonst „das süße Gold des Nordens“ genannt – sie ist rar, ihre Wuchsorte werden streng gehütet und da sie nur wild wächst zählt sie zu einer der teuersten Beeren weltweit [1]. Mit ihrer herben, säuerlichen Note darf der Schatz Norwegens in unseren bittersüßen Tonics auf keinen Fall fehlen. 

Ernährung und Naturheilkunde

Egal ob im Dessert, als Tee oder auch Likör – die bitter-säuerliche Frucht findet viele Verwendungsmöglichkeiten. In Finnland isst man Konfitüre aus Moltebeere mit einer Art Hartkäse, dem sogenannten „Leipäjuusto“. Bei den Schweden nennt man die Marmelade aus Moltebeeren „Hjortronsylt“, welche man gerne zu Fleischgerichten reicht. In der Volksheilkunde wird die Moltebeere aufgrund ihres hohen Vitamin C-Gehaltes schon lange geschätzt. Bereits in einem Buch aus dem 19. Jahrhundert heißt es:„ […] besonders in Lappland, rühmt man die Früchte […] als ein höchst wirksames Mittel gegen den Scorbut“ [2]. Des Weiteren werden ihre Blätter angesichts des hohen Gerbsäuregehaltes bei Diarrhoe eingesetzt [3].

Botanisches Wissen

Tatsächlich wächst die Moltebeere bisher nur wild und kann nicht kultiviert werden. Sie gedeiht ausschließlich in nördlichen Regionen, da sie für etwa 8 Wochen eine Temperatur unter 0°C braucht, um Früchte hervorzubringen [4]. Die „kriechende Himbeere“ ist vor allem in skandinavischen Ländern wie Lappland und Schweden aber auch Kanada zu finden und mag es besonders in sumpfigen Waldgegenden [2], weshalb sie auch „Sumpfbrombeere“ genannt wird. Die zu den Rosengewächsen (Fam. Rosaceae) gehörende Pflanze ist diözisch, was bedeutet, dass weibliche und männliche Blüten auf verschiedenen Pflanzenindividuen zu finden sind. Männliche Blüten sind größer [2] und nektarreicher [5], als ihr weibliches Gegenstück. Pro weibliche Pflanze wächst nur eine einzige Beere die aus mehreren Steinfrüchtchen besteht, männliche Pflanzen bringen hingegen keine Früchte hervor [6].

Namensherkunft

Ihr botanischer Name „Rubus chamaemorus“ ist eine Mischung aus lateinischer und griechischer Herkunft, wobei der Gattungsname „Rubus“ eine alte lateinische Bezeichnung der Brombeere darstellt. Der Artname „chamaemorus“ setzt sich aus dem griechischen Wort χαμαί (chamaí) = auf dem Grund / auf der Erde [7] und dem lateinischen „morus“ für Maulbeere ab, da die Frucht einer Maulbeere ähnelt [8] und die Pflanze nahe dem Boden wächst. Der deutsche Name Moltebeere ist eine Nachahmung des norwegischen Namens „Moltebaer“ [9].

Wissenswertes

Vielleicht ist die Moltebeere auch schon bei euch Zuhause – in Form eines 2-Euro-Stücks, denn Sie wird seit 1999 auf der Finnischen 2-Euro Münze abgebildet und gilt als Wahrzeichen Lapplands [10]. 

2-euro-coin

Übrigens: Die wenigen Moltebeeren, die in Deutschland wachsen sind streng geschützt und dürfen nicht gepflückt werden. Mit unserem Nordic Tonic Moltebeere könnt ihr den Geschmack dennoch erleben.

 

Referenzen

1 Phillips DA. Finland. New York: Infobase Pub, 2008.

2 Weihe CEANE, Esenbeck CGN von. Rubi germanici descripti et figuris illustrati. - Elberfeldae, Schoenian 1822-1827. Schoenian, 1827.

3 SCHILDMANN M. ST. OLAV WAYS III- THE OSTERDALSLEDEN PATH. From karlstad in sweden to trondheim in norway. [Place of publication not identified]: Books ON DEMAND, 2020.

4 Louis L. Beeren und kleine Früchte. Berlin: Stiftung Warentest, 2014.

5 Ågren J, Elmqvist T, Tunlid A. Pollination by deceit, floral sex ratios and seed set in dioecious Rubus chamaemorus L. Oecologia 1986;70:332–38.

6 Thiem, Barbara. Rubus chamaemorus L.- a boreal plant rich in biologically active metabolites: a review. Biological Letters, 2003, 40. Jg., Nr. 1, S. 3-13.

7 χαμαί - Wiktionary. https://en.wiktionary.org/wiki/%CF%87%CE%B1%CE%BC%CE%B1%CE%AF (21 May 2020, date last accessed).

8 Small E. North American Cornucopia. Top 100 Indigenous Food Plants. Boca Raton: CRC Press, 2013.

9 Loewe R. Germanische pflanzennamen: etymologische untersuchungen über hirschbeere, hindebeere, rehbockbeere und ihre verwandten. C. Winter, 1913.

10 Lerch J, Lieth Y von der, Stadler S et al. Lernwerkstatt Europa entdecken. Fächerübergreifende Materialien 3./4. Klasse. Buxtehude: Persen, 2015.

 

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